Trialog

Auf gleicher Augenhöhe mit Angehörigen, Betroffenen und ExpertInnen diskutieren. Regelmäßig in Linz.

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„Die Wichtigkeit des Trialogs steht außer Frage, der Trialog muss ein fixer Bestandteil der Psychiatrie werden“, fordert eine Angehörige, die regelmäßig am Trialog in Linz teilnimmt. Sechs Mal pro Jahr treffen sich hier Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und Menschen, die als Sozialarbeiter, PsychologInnen, FachärztInnen oder in der Pflege tätig sind. Zum Austausch auf gleicher Augenhöhe. Die Themen werden vorab von den Teilnehmenden gemeinsam bestimmt.

„Der Austausch bewahrt davor, betriebsblind und unsensibel zu werden“, bringt es eine seit Jahren an den Gesprächsrunden teilnehmende Psychologin auf den Punkt. In der gemeinsamen Auseinandersetzung mit einem Thema werden neue Ideen entwickelt. Klar, dass hier oft unterschiedliche Ansichten aufeinander treffen. Aber der Trialog schafft die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, welche Erwartungen Betroffene etwa an die Behandlung haben, womit diese zufrieden oder aber unzufrieden sind. Ein Austausch, den neben Betroffenen und Angehörigen vor allem auch die professionell Handelnden sehr schätzen.

„Die Betroffenen werden gestärkt, werden mündiger und können bei ihrer Behandlung eher mitbestimmen. Ich glaube auch, dass durch den Trialog die Behandlung und Sichtweisen der Psychiatrie verändert wurden“, fasst es ein Betroffener zusammen. Gesellschaftliche Veränderung, auch über die Grenzen der Psychiatrie hinaus, darum geht es den Beteiligten. Und so sind die Treffen bewusst offen für alle Interessierten. Gerade auch die Teilnahme von MitarbeiterInnen aus Politik, Öffentlichkeitsarbeit oder Presse werden immer wieder freudig aufgenommen.

Entstanden ist der Trialog aus der Initiative von Dorothea Buck, einer Kämpferin für die Aufarbeitung der ehemaligen Greueltaten in psychiatrischen Anstalten und für reale Veränderung der Verhältnisse. 1989 war sie zu Gast beim deutschlandweit ersten Psychose-Seminar des Psychologen Thomas Bock, das dieser für Studierende und professionell Tätige an der Universitätsklinik Hamburg abhielt. Damals schlug Bock vor, ihre Psychose- und Psychiatrieerfahrungen den anwesenden Studierenden zugänglich zu machen.

Schon seit 1999 findet der Trialog in Linz mittlerweile statt: Ursprünglich vom Verein „Netzwerk Spinnen“ in Linz ins Leben gerufen, organisiert sich der Trialog seit 2007 wie folgt: Peer-Berater Hans Nussbaumer und Ulrike Gruber moderieren die Treffen, EXIT-sozial übernimmt die Organisation und das Clubhaus pro people sorgt für das Protokoll. Die Treffen finden 6 Mal jährlich im Wissensturm Linz, Kärntnerstraße 26 statt. Eingeladen sind Betroffene, Angehörige und ProfessionistInnen sowie auch weitere Interessierte, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die nächsten Termine:

12. Juni 2018
„Ich meine es doch nur gut mit Dir!“
Wenn andere zu wissen glauben, was einem gut tut.
19 Uhr, Wissensturm

18. September 2018
Wenn einem alles zu viel wird!
Ein Trialog übers Sammeln, Horten und Loslassen
19 Uhr, Wissensturm 

20. November 2018
Macht Armut krank?
Gibt es  Zusammenhänge zwischen psychischer Erkrankung und Armut?
19 Uhr, Wissensturm 

26. Februar 2019
Gedeihen trotz schwerer Zeiten
Kann man Resilienz lernen?
19 Uhr, Wissensturm 

23. April 2019
Sind psychische Erkrankungen heilbar?
Vom Recovery-Modell und dem Prinzip Hoffnung
19 Uhr, Wissensturm 

18. Juni 2019
Burnout, Depression, Erschöpfung
Wenn der Alltag zur Last wird!
19 Uhr, Wissensturm 

 

 

nähere Informationen auch unter service@exitsozial.at