Trialog

Nächste Termine

17. September 2019
Wenn die Angst Angst macht
Wenn die Furcht den Alltag bestimmt.
19 Uhr, Wissensturm

19. November 2019
Psychiatrie als Spiegel der Gesellschaft
Wie gesellschaftliche Entwicklungen die Psychiatrie verändern.
19 Uhr, Wissensturm

25. Februar 2020
Sexualität und psychische Erkrankung
Inwieweit wird das Bedürfnis auf Sexualität in der Behandlung und Versorgung berücksichtigt?
19 Uhr, Wissensturm


Nachlese

Nachlese Trialog vom 18.09.2018 „Wenn einem alles zuviel wird“


Der Trialog ist ein empowerndes Gesprächsforum für Menschen mit psychischen Problemen, deren Angehörige und Menschen, die im psychosozialen Bereich arbeiten.

Drei Blicke auf ein Thema ermöglichen einen Austausch auf Augenhöhe, von dem alle Beteiligten für sich lernen und profitieren können. Jeder ist ExpertIn, wenn es um die eigene Erfahrung geht. Es darf gefragt, aber nicht infrage gestellt werden, denn alle Erfahrungen sind gleichwertig.


Auf gleicher Augenhöhe mit Angehörigen, Betroffenen und ExpertInnen diskutieren. Regelmäßig in Linz.

„Die Wichtigkeit des Trialogs steht außer Frage, der Trialog muss ein fixer Bestandteil der Psychiatrie werden“, fordert eine Angehörige, die regelmäßig am Trialog in Linz teilnimmt. Sechs Mal pro Jahr treffen sich hier Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und Menschen, die als Sozialarbeiter, PsychologInnen, FachärztInnen oder in der Pflege tätig sind. Zum Austausch auf gleicher Augenhöhe. Die Themen werden vorab von den Teilnehmenden gemeinsam bestimmt.

„Der Austausch bewahrt davor, betriebsblind und unsensibel zu werden“, bringt es eine seit Jahren an den Gesprächsrunden teilnehmende Psychologin auf den Punkt. In der gemeinsamen Auseinandersetzung mit einem Thema werden neue Ideen entwickelt. Klar, dass hier oft unterschiedliche Ansichten aufeinander treffen. Aber der Trialog schafft die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, welche Erwartungen Betroffene etwa an die Behandlung haben, womit diese zufrieden oder aber unzufrieden sind. Ein Austausch, den neben Betroffenen und Angehörigen vor allem auch die professionell Handelnden sehr schätzen.

„Die Betroffenen werden gestärkt, werden mündiger und können bei ihrer Behandlung eher mitbestimmen. Ich glaube auch, dass durch den Trialog die Behandlung und Sichtweisen der Psychiatrie verändert wurden“, fasst es ein Betroffener zusammen. Gesellschaftliche Veränderung, auch über die Grenzen der Psychiatrie hinaus, darum geht es den Beteiligten. Und so sind die Treffen bewusst offen für alle Interessierten. Gerade auch die Teilnahme von MitarbeiterInnen aus Politik, Öffentlichkeitsarbeit oder Presse werden immer wieder freudig aufgenommen.

Entstanden ist der Trialog aus der Initiative von Dorothea Buck, einer Kämpferin für die Aufarbeitung der ehemaligen Greueltaten in psychiatrischen Anstalten und für reale Veränderung der Verhältnisse. 1989 war sie zu Gast beim deutschlandweit ersten Psychose-Seminar des Psychologen Thomas Bock, das dieser für Studierende und professionell Tätige an der Universitätsklinik Hamburg abhielt. Damals schlug Bock vor, ihre Psychose- und Psychiatrieerfahrungen den anwesenden Studierenden zugänglich zu machen.

Schon seit 1999 findet der Trialog in Linz mittlerweile statt: Ursprünglich vom Verein „Netzwerk Spinnen“ in Linz ins Leben gerufen, organisiert sich der Trialog seit 2007 wie folgt: Peer-Berater Hans Nussbaumer und Ulrike Gruber moderieren die Treffen, EXIT-sozial übernimmt die Organisation und das Clubhaus pro people sorgt für das Protokoll. Die Treffen finden 6 Mal jährlich im Wissensturm Linz, Kärntnerstraße 26 statt. Eingeladen sind Betroffene, Angehörige und ProfessionistInnen sowie auch weitere Interessierte, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Kontakt

Informationen unter trialog@exitsozial.at